vertrocknete Bäume retten

Diese junge Buche sieht nicht gut aus, nach dem Dürre-Sommer 2022

Frage:
Was könnte sie retten?

Eine dicke Packung Mulch!

Darunter würden sich schnell jede Menge Mikroorganismen, Insekten, Würmer und Pilze bilden. Wenn die gepflegt und gefüttert werden, sorgen sie bald für einen durchlässigen Humus, der die Versorgung mit Wasser erheblich verbessert. Auch auf kleineren Flächen hat das bereits erhebliche Verbesserungen zur Folge.

Sowas ist teuer?

Für Leute, die keine Phantasie haben, schon!

Das Problem für die, die mit dem Wald Geld erwirtschaften wollen:
Ohne die Pflege des Waldes und ein radikales Umdenken, wird niemand mehr einen wirtschaftlichen Erfolg haben können.
Daran ändern auch dürre-resistente Bäume nichts.
Nur durch intakte Wald-Biotope kann verhindert werden, dass es immer und immer trockener wird.

Ich weiß, es ist verboten, aber warum soll man nicht die Grünschnitte aus den umliegenden privaten Gärten nutzen, um diese Buche mit Mulch zu versorgen.

Es würde sehr helfen, wenn verschiedene Gräser und Stauden gesät würden. Hilfreich wären auch heimische Büsche und Sträucher sowie Pionierpflanzen. Sie würden den Boden überschatten und das Austrocknen verhindern. Dazu würde jede Menge Biomasse entstehen, die für ausreichend Mulch sorgt.

Es hilft also nicht, einfach einen Baum oder auch viele Bäume zu pflanzen.
Ein ganzes Biotop ist nötig.

Es reicht nicht (mehr), eine einfache und kosteneffektive Lösung zu finden.
In der Komplexität, in der Vernetzung liegt die Chance.
Die Lösung ist dann sogar einfach!

erster Spaziergang

Am 21. Mai 2022 fand der erste Spaziergang im Zinsenbachtal statt.
Das Thema war das Biotop Wald und welchen Einfluss es auf den Menschen und den Klimawandel hat.

Als sich die kleine Gruppe auf dem Wanderparkplatz traf, war ich ein wenig aufgeregt. Ich war froh darüber, dass nur Freunde dabei waren. Mit ihnen wollte ich ein für mich neues Konzept ausprobieren. Es ging gleich auf dem Parkplatz los:

„Achtet mal darauf, wie der Sonnenstand ist,
in welche Himmelsrichtung die Hänge geneigt sind,
was auf dem Waldboden so ‚rumliegt‘ und
wie ihr euch fühlt.“

Auf den Gesichtern las ich Fragezeichen, und es ging los. Bald schon bekam der Spaziergang eine interessante Dynamik. Anstatt zu erklären, fragte ich:

  • Seht ihr das Laub und die Äste unter dem Grün der Bäume und Sträucher?
  • Warum ist der Boden hier trocken und hart und dort drüben nicht?
  • Wie ist das Wasser bei dem Starkregen gestern hier abgelaufen?
  • Riecht mal — wie fühlt ihr euch?
  • Woher kommen der Duft und das Wohlgefühl?
  • Warum wachsen hier immer noch Fichten, und warum sind sie dort vertrocknet?
  • Warum gibt es dort Moos unter den Bäumen und hier nicht?
  • Wie viel Wasser wird der Boden hier wohl speichern?
  • Warum speichert er hier viel bzw. warum speichert er dort nix?
  • Wann werden wohl die frisch aufgeforsteten Bäumchen verdorrt sein?
  • Wusstet ihr, dass der Steuerzahler die Aufforstung bezahlt?
  • und so weiter, und so weiter…

Es war total interessant, wie die Teilnehmer versuchten, die Lösungen zu finden, was auch oft gelang. Es war spannend zu beobachten, wie sich die Aufmerksamkeit ändert, wenn man auf diese Weise forschend im Wald spazieren geht. Es war entspannend, und trotzdem konnten viele neue Eindrücke und Erkenntnisse aufgenommen werden.

Dieses Konzept, ganz viele Fragen zu stellen, ist voll aufgegangen. Eine Teilnehmerin sagte, sie sei noch nie so aufmerksam durch den Wald gegangen und würde „ihren“ Wald zu Hause jetzt sicher auch mit anderen Augen sehen.
Ein Teilnehmer vermutete, dass die Bauern anscheinend nichts mehr mit Natur zu tun haben, sondern den maximalen Gewinn aus den Flächen pressen würden.

Ich bin total happy darüber, dass der Spaziergang so gut gelaufen ist und die Teilnehmer beeindruckt und erfreut waren.

Unser Wald – Klimaretter oder Klimaopfer?

Richard David Precht befragt Peter Wohlleben.

Ein sehr interessanter und ernüchternder Gedanke wurde geäußert:
Es geht gar nicht um Naturschutz!
Es geht um Menschenschutz!

Vielleicht und sehr wahrscheinlich überlebt der Wald den Klimawandel,
aber wir Menschen werden die Hitze nicht aushalten.
Die Natur und ihre vielfältigen Prozesse werden auf sich auf jeden Fall weiterhin entfalten.

Was gerade in deutschen Wäldern geschieht

In den Dürrejahren sind große Waldflächen verdorrt und teilweise auch dem Feuer zum Opfer gefallen. Jetzt werden diese Flächen „abgeräumt“, wie der Kahlschlag heute genannt wird. Das hat Folgen.

Dazu ist hier der Link zu einem sehr aufschlussreichen Beitrag aus ZDF Frontal vom 16.11.2021.

Durch den Klick auf den Link wird ein neuer Tab mit der Website von ZDF Frontal erzeugt.
Gerne dort ein bisschen herumstöbern!

https://www.zdf.de/politik/frontal/klimawandel-kahlschlag-im-wald-100.html