Klimawandel: Deutschland muss handeln

Am 17.08.2026 wurde im ZDF-Morgenmagazin ein Beitrag gesendet, der in Bezug auf die aktuellen Waldbrände und die historisch niedrigen Pegelstände an Rhein, Elbe und Weser brisant ist.

Der Klimawandel wird deutschlandweit spürbar.
Agrarökonom Prof. Hermann Lotze-Campen fordert mehr Klimaresilienz:
„Wir müssen noch stärker in die Umsetzung kommen.“

https://www.zdfheute.de/video/zdf-morgenmagazin/klimawandel-hermann-lotze-campen-100.html

Waldbrand

Aktuell (Ende Juli 2026) wüten Waldbrände in Frankreich, Spanien, Italien und Griechenland. So verheerend, wie noch nie. Allerdings:

Das Wort „Waldbrand“ ist irreführend!
Es brennen nämlich selten Wälder, sondern Nadelbaum-Plantagen!

In den Nachrichten werden derzeit oft Bilder von Waldbränden gezeigt. Darin kann man gut beonachten, dass Nadelbäume brennen oder Eukalyptus, aber keinen dort heimischen Gehölze. Und zwar als Kronenbrand, das heißt: Die Baumkronen brennen und zwar heftig, explosionsartig und mit starker Hitzeentwicklung.

Hinweis:
Unten auf dieser Seite sind weiterführende Links, die meine Aussagen untermauern.

Für einen Waldbrand müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Trockenheit
  2. brennbares Material

Wälder aus heimischen Gehölzen brennen nicht – oder ganz selten. Es gibt Wälder, in denen es von Natur aus brennt. Die Samen der darin wachsenden Bäume brauchen sogar das Feuer zu Keimen, die sogenannten Pyrophyten. Aber es gibt große Unterschiede zwischen dem Flammeninferno, das wir derzeit sehen, und den Bränden in solchen Wäldern. Aber warum brennen Nadelhölzer viel besser als Laubwälder?

Nadelbäume wie Fichten, Kiefern, Küstentannen oder Douglasien enthalten Harze, ätherische Öle und Terpene. Diese Stoffe sind sind wie Benzin und hochgradig entzündlich. Bei Hitze setzen sie leicht flüchtige, brennbare Gase frei. Schon Funken oder hohe Temperaturen können sie entzünden.
Die Nadeln werden nicht im Herbst abgeworfen und können sehr trocken werden. Wer schon mal ein Lagerfeuer im Garten gemacht hat weiß, wie stark und schnell z.B. Fichtenzweige mit Nadeln im Feuer auflodern.

Aber nicht nur, dass Nadelholzplantagen brisantes Brennmaterial „zur Verfügung stellen“, sie senken auch den Grundwasserspiegel ab. Das ist allgemein bekannt:
Kiefern- und Fichten-Plantagen senken den Grundwasserspiegel ab,
Buchenwälder heben den Grundwasserspiegel an.

Die Nadelholzplantagen sorgen selbst für die Trockenheit.

Natürlich hat der Klimawandel mit seiner großen, lang andauernden Hitze ebenfalls einen Effekt. Warum föhnen wir mit heißer Luft unsere Haare?
Je wärmer die Luft, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Und genau das passiert in den Wäldern bei großer Hitze.

Leider müssen wir feststellen:
Nicht nur der Klimawandel selbst ist menschengemacht, sondern auch die meisten Waldbrände.
Kiefern und Fichten sind genau so wenig heimische Gehölze, wie Douglasie und Küstentanne. Wo diese Baumarten stark vertreten sind, ist nicht nur die Waldbrandgefahr größer, sie passen auch nicht in heimische Ökosysteme und sind in vielerlei Hinsicht problematisch.

Links

Naturwald Akademie

Greenpeace

Waldbrände: Ursachen und Folgen

7 Tipps, um Waldbrände zu verhindern

NABU

Warum brennen unsere Wälder?

Fazit

Ein Freund schrieb mir als Kommentar zu diesem Beitrag:

Lieber Rolf,
zum Schema „Waldbrand- Prävention“ ist schon viel gesagt worden.
Eigentlich ganz einfach: Dauerwald, Laubmischwald statt Nadelholz, naturgemäße, horizontal wie vertikal starke Strukturierung, Altersdiversität – wie in jeder Gesellschaft von Lebewesen, Artendiversität nur gemäß ökologischen Vorbedingungen.
Also naturgemäße Wälder, keine stark reduzierten Forste, mit möglichst geringer Intensität der Bewirtschaftung.
L. G. Ralf 👋🏼

Wo unsere Erde unbewohnbar wird

In letzter Zeit gibt es immer mehr Reportagen und Berichte daüber, welche Teile unserer Erde durch den Klimawandel unbewohnbar sein werden. In der Morgenpost z.B. wird ein interaktives Modell gezeigt, wo wir die entsprechenden Orte erkunden können.

Dem möchte ich hier etwas entgegensetzen, indem ich über Erfolge beim Begrünen der Welt hinweise. In diesem Blog habe ich bereits über das Buch von Jochen Schilk hingewiesen:

Die Wiederbegrünung der Welt.

In diesem Buch berichtet Jochen Schilk über die „Begünung des Mondes“. Auf dem Gelände eines Steinbruchs, auf dem die Grundstoffe für die Herstellung von Zement gebrochen wurden, wurde ein Paradies geschaffen. Das ist Heute unter dem Namen Haller Park bekannt. Ohne die Eingriffe des Menschen wäre eine unbewohnbare Wüste zurückgeblieben. Heute ist der Haller Park ein Vorzeigeprojekt, das weit über Kenias Grenzen bekannt ist. Es ist ein beliebtes Ziel im Öko-Tourismus.

Dieses Beispiel zeigt, dass es sehr wohl möglich ist, durch Begrünung eine gut bewohnbare Erde zu erhalten. Dürre und Hitze sind durchaus nicht unabwendbar.

Trockene Standorte

Wasser wird gepflanzt!

Das gilt natürlich besonders für trockene Standorte.

Wie bei allen anderen Standorten gilt auch hier:
Der Boden muss beschattet sein und es muss möglichst viel Biomasse wachsen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich dabei um Bäume, Sträucher, Stauden oder Gräser handelt. Je kühler der Boden, desto besser kann sich die Biomasse in Humus verwandeln. Für diese Umsetzung sind Pilze wichtig. Pilze dienen neben die Zersetzung besonders von Holz auch dazu, Wasser per Mykorrhiza an die Bäume zu bringen.

In den Wäldern sollte darauf geachtet werden, dass die Bäume und andere Pflanzen heimische Arten sind. Sie fügen sich in die bei uns vorkommenden Biotope ein und unterstützen die Artenvielfalt.

Natürlich kann man überlegen, für einen Übergang auch fremde Pflanzen zu nutzen, doch haben die heimischen Baumarten eine solche genetische Vielfalt, dass sie sich an mehr Trockenheit und Hitze anpassen können.

Wir sollten nicht aus den Augen verlieren:
Das Ziel ist, zu kühlen und Wasser zu vermehren.
Das bedeutet:
Den Klimawandel zu dämpfen und vielleicht zu beenden.

Dazu sind dichte, schattige, artenreichen Wälder das beste Mittel.

Bäume für trockene Standorte:

sich selbst verstärkende Dürre

Natürlich:
Den Ausstoß von CO2 massiv zu reduzieren, ist alternativlos!

Müssen wir jetzt schicksalhaft damit leben, dass wir uns an die zunehmende Hitze und Dürre anpassen müssen – so lange, bis der Letzte auf dieser Welt kein CO2 mehr emittiert?

Nein!
Wir können lokal einen guten Effekt für den Wasserhaushalt erzielen, und zwar mit vergleichsweise geringem Aufwand.

Viele möchten anscheinend einfach so weitermachen wie bisher, wenn auch mit Bäumen, die mit Dürre und Hitze klarkommen.

Mehr von dem, was bisher schon nicht geklappt hat?

Jede beliebige Form von Monokultur – mit welcher Baumart auch immer – wird die Dürre verstärken!
Jeder Forstmensch weiß:
Fichtenmonokultguren senken den Grundwasserspiegel ab.
Dichte Buchenwälder heben den Grundwasserspiegel!

Solche Monokulturen senken den Grundwasserspiegel ab

Natürlich brauchen wir Holz, aber das werden wir nur noch bekommen, wenn wir mit der Natur arbeiten und nicht gegen sie!

Die Lösung ist im Grunde recht einfach:

Die durch die Dürre entstandenen kahlen Flächen ehemaliger Fichten-Plantagen können einfach mit einer Mischung von Pflanzen begrünt werden, die als Grundlage für ein Wald-Ökosystem dienen können.
Das sind sicherlich auch Nutzhölzer, aber zu Beginn sind es Gräser, Stauden und Gewächse, die viel Biomasse produzieren und schnell Humus aufbauen. Der Boden wird mit heimischen Sträuchern und Gehölzen beschattet, die ein schnelles Austrocknen verhindern.

Das ist die Grundlage dafür, dass Bäche wieder fließen!

Mehr dazu unter Wald!

Natürlich könnte man auch einfach nichts tun …
Das wäre auf jeden Fall besser als schon wieder Monokulturen und bedeutend wirtschaftlicher!

Wir zerstören gerade die Artenvielfalt unseres schönen blauen Planeten.

Doch alleine die Artenvielfalt hat die Kraft, uns vor der Selbstzerstörung zu bewahren!