Das Kronendach, die Äste und der Stamm der Bäume bietet nicht nur Säugetieren, Vögeln und Insekten einen Lebensraum, sondern auch weiteren Pflanzenarten, wie Moose, Flechten und Schlingpflanzen, wie Efeu oder das duftende Geißblatt. Auch diese Zone des Waldes trägt eine große Artenvielfalt.
Das Blätterdach verdunstet Wasser und kühlt dadurch die Luft. Durch die aufsteigende Feuchtigkeit vermag ein ausreichend großer Wald selbst Wolken zu erzeugen. Siehe: Im Reich des Wassers! Zudem spendet das Blätterdach Schatten, der wiederum kühlt und verhindert, dass der Sonnenschein im besten Fall nicht bis zu Waldboden vordringt und damit eine Überhitzung des Bodens verhindert. Es herrscht das sehr angenehme Waldinnenklima. Messungen haben gezeigt, dass die Bodentemperatur in der Sommerhitze leicht um bis zu 10°C kühler ist als in der Umgebung.
Wälder können Wolken, die sich über den Meeren bilden, tiefer in die Kontinente leiten; ganz so, als wären sie eine Fortführung des Meeres. Auf diese Weise sorgen die Wälder für die eigene Bewässerung und wirken der Dürre entgegen. Es wird geschätzt, dass der Wald 45% der Niederschläge in Deutschland ausmacht. Je kühler die Luft ist, desto weniger Wasserdampf kann sie enthalten. Wenn die Luft abkühlt, muss überschüssiger Wasserdampf kondensieren und abregnen.
Wir hören immer wieder, dass der Borkenkäfer schuld daran sei, dass so viele Fichtenplantagen zerstört worden sind. Anhand dieses Beispiels möchte ich zeigen, welche Bedeutung ein funktionierendes Biotop in diesem Zusammenhang hat.
Es gibt zwei Hauptursachen für den massenhaften Befall mit Borkenkäfern
- Trockenheit
- Fehlen der natürlichen Fressfeinde
Monokulturen und Plantagen speichern wenig Wasser, so dass es, bedingt durch den Klimawandel, auf diesen Flächen schnell zu Dürre kommt. Die Bäume kommen in einen Trockenstress. Bohren sich Borkenkäfer in die Rinde, können die Bäume wegen des Wassermangels kein Harz mehr erzeugen, das die Käfer abtöten würde.
Zu den Fressfeinden des Borkenkäfers gehören Spechte, Meisen, Kleiber, Eichhörnchen, Igel, Marder, Ameisen. In den leeren Landschaften der Baumplantagen kommen alle diese Tiere nicht vor. Also gehen die Borkenkäfer der Tätigkeit ungestört nach, die sie im Wald leisten, nämlich das Zersetzen von nicht mehr lebensfähigen Resten.
Diesem Video zufolge hat der Borkenkäfer die Biodiversität und die Heterogenität des Nationalparks erhöht.
Man kann das auch auf diese Weise verstehen:
Der Borkenkäfer sorgt selbst dafür, dass er sich nicht massenhaft vermehren kann!