Es ist schon fast philosophisch:
Der Ort, ab dem alles Tote immer weiter zersetzt wird, ist der Quell des Lebens.
Hier werden einige Aspekte über die Bodenbeschaffenheit diskutiert.
Ab hier wird das Biotop im wahrsten Sinne des Wortes undurchsichtig. Dennoch ist der Humus der Schlüssel des Biotops, der Schoß der Fruchtbarkeit. Wald wird nur gedeihen können, wenn wir den Humus füttern. Ich schätze, die Humusschicht ist der komplexeste und vielfältigste Lebensraum des ganzen Waldes. Und hier liegt auch das größte Geheimnis über die Vitalität und Kraft des Waldes. Was sich hier abspielt, ist nicht einmal annähernd erforscht.
Insekten, Würmer und Mikroorganismen zersetzen das organische Material, wobei den Pilzen eine Schlüsselrolle zukommt. Die besonderen Eigenschaften des Bodens entstehen durch diese Prozesse.
Humus saugt Wasser auf – wie ein Schwamm.
Ist zu viel Wasser da, leitet Humus das Wasser in tiefere Schichten des Bodens weiter. Wird es zu trocken, steigt was Wasser wieder auf. Hier spielen Pilze eine besondere Rolle. Sie sind es, die mit ihren Hyphen tief in den Grund hineinwachsen und das Grundwasser hoch zu den Bäumen bringen.
Bäume und Pilze gehen eine Symbiose ein, die Mykorrhiza genannt wird. Über die Mykorrhiza werden Wasser und Nährsalze in die Feinwurzeln der Pflanzen geleitet. Besonders bei Bäumen ist diese Symbiose beeindruckend. Als Gegenleistung erhalten die Pilze Zucker, den die Pflanzen mittels Photosynthese im Blattgrün herstellen.
Die Mykorrhiza ist eine wichtige Schaltstelle im WWW – im Wood Wide Web!
Über sie läuft ein wesentlicher Teil der Kommunikation im gesamten Wald. Während in unserem WWW – dem Internet – nur Informationen ausgetauscht werden können, werden im Wood Wide Web auch z. B. Nährstoffe ausgetauscht.
Besonders die Pilze tragen so zum effektiven Wasser-Management des Waldes bei.